So geht vegan mit Siegfried Kröpfl

10.07.2021 I Olav Editorial Team

  1. Siegfried Kröpfl ist Österreichs einzig veganer Haubenkoch. Geboren in Tirol, zieht es ihn mit 18 Jahren nach Wien in das Hotel Hilton. Danach folgte auch schon die Luxusgastronomie in Toronto in Kanada, das Wiener Luxushotel Imperial sowie das Hotel Bristol und Hotel Melia. Er ist ein fester Bestandteil der österreichischen Luxusgastronomie.

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  3. Vor sieben Jahren entschloss sich Siegfried Kröpfl sich von seiner fleischlastigen Ernährung zu verabschieden und vegan zu leben. Mittlerweile ist er der erfolgreichste vegane Haubenkoch Österreichs und arbeitet auch mit der Veganen Gesellschaft Österreich zusammen.

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  5. Wir haben ihn zum (virtuellen) Interview getroffen und haben nun Lust auf herzhafte österreichische Küche - aber vegan!

Österreichs einziger veganer Haubenkoch im Interview

  1. Hi Siegfried, willkommen! Du bist ja Österreichs erster veganer Haubenkoch, wie kam es zur veganen Ernährung?

    Zur veganen Ernährung bin ich durch meine Tochter gekommen. Meine Tochter hat eine Ausbildung gemacht zur Sport- und Ernährungsberaterin und hat eine Diplomarbeit zum Thema Veganismus geschrieben. Ihre Eindrücke, ihre Recherche und ihr Wissen zu dem Thema und den Vorteilen der veganen Ernährung waren dann ausschlaggebend für mich, auch vegan zu leben.

  1. Was waren für dich die interessantesten Erkenntnisse, als du dich entschlossen hast, vegan zu leben?

    Ich fand es interessant, dass die meisten Menschen gar nicht wissen was “vegan” bedeutet. Wenn Menschen kochen, sehen sie oft nur das Produkt aber achten gar nicht darauf, wo es eigentlich herkommt. Für mich ist das Tierleid, welches besonders aus der Massentierhaltung kommt, einfach eine Katastrophe. Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf das Tierleid - manche sagen nur “Ja so ist das halt”, andere finden es schon schrecklich aber ändern trotzdem nichts an ihrem Konsum. Ich freue mich aber, dass immer mehr Menschen, besonders junge Menschen, ihre Meinung zum Thema “vegan” ändern und ihren Konsum umstellen. Die nächste Generation wird sich sicherlich noch mehr dem veganen Lebensstil widmen.

  1. Wie haben deine Kollegen reagiert, als du ihnen mitgeteilt hast, dass du vegan bist?

    Das war eigentlich eine Katastrophe, die Kollegen konnten das gar nicht verstehen. Ich war bekannt als “Der Fleischesser”, ich habe wirklich fast ausschließlich Fleisch gegessen. Gemüse war nicht oft auf meinem Teller zu finden. Mein plötzlicher Wandel zur veganen Ernährung hat viele Kollegen überrascht und sie wussten erstmals garnicht, was mit mir los ist. Ich habe aber begonnen, mit vielen Köchen, Kollegen und Freunden über den Ernährungswechsel zu reden. Nach circa einem Jahr ist es schon viel besser geworden und heute hat fast jeder Koch schon vegane Speisen auf seiner Karte.

  2. Immer mehr Köche realisieren, dass sie selbstständig auch vegane Speisen anbieten müssen, weil es anders heutzutage einfach auch nicht mehr geht.

"Die meisten Menschen wissen nicht, was VEGAN eigentlich bedeutet"

  1. Gab es für dich eine überraschende Zutat, als du vegan geworden bist?

    Gemüse! Gemüse war für mich früher ein Horror.

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  3. Wenn ich zu Hause gekocht habe, war bei meiner Frau und meinen Kindern immer auch Gemüse am Teller zu finden und auf meinem eigenen Teller nicht.

  4. Das hat sich komplett geändert. Meinen Tag starte ich jeden Tag mit einer großen Portion Gemüse in der Früh. Seit sieben Jahren esse ich jetzt das gleiche Frühstück, das besteht aus frischen Radieschen, Tomaten und Minigurken. Das brauch ich jetzt einfach jeden Tag. Ansonsten verwende ich wirklich alle verschiedenen Gemüsesorten und experimentiere in der Küche auch gerne. Die vegane Küche stellt viele Überraschungen bereit und lässt deine Kreativität wachsen. Wenn man die richtige Zubereitungsart und die passenden Gewürze wählt, schmeckt jedes Gemüse fantastisch.

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  1. Welche Küche findest du am Interessantesten?

    Ehrlich? Die österreichische Küche ist wirklich eine schöne Küche. Sie ist sehr fleischlastig aber die Vielfalt ist fantastisch. Die Touristen kommen nach Österreich, weil sie die Mentalität und die österreichische Küche lieben. Ich weiß das auch von meiner Vergangenheit, wenn ich in Hawaii oder Kanada war. Wenn man dann über Österreich gesprochen hat, konnte gleich jeder sagen: “Wiener Schnitzel”, “Tafelspitz” und “Kaiserschmarrn” - das haben gleich viele Personen im Kopf.

  2. Mittlerweile weiß man aber auch, dass die österreichische Küche nicht nur aus Fleisch besteht. Sie hat so viel mehr zu bieten. Österreichische Küche ist Hausmannskost, da wurden nicht nur tierische Produkte verwendet, das wurde eher mit dem steigenden Konsum erweitert. Früher hat man sehr viele vegetarische einfache Gerichte gemacht wie zum Beispiel Suppen und Eintöpfe mit Gemüse. Das ist gesund und schmeckt gut.

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"Gemüse war früher für mich ein Horror"

  1. Hast du eigentlich jemals die Lust am Kochen verloren?

    Nein, ich koche jeden Tag. Meine Frau musste noch nie kochen, weil ich auch immer zu Hause sehr gerne gekocht habe. Viele ihrer Freundinnen beneiden sie, weil sie nie kochen muss aber mir macht das so viel Spaß und ich habe viel Freude beim Kochen.

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  3. Ich experimentiere sehr viel und genau das ist das Schöne beim Kochen. Man kann jeden Tag etwas probieren und testen - manchmal gelingt es und manchmal schmeckt es auch mal nicht zu 100%. Das ist ja egal, hauptsache man traut sich etwas zu probieren. Kochen ist einfach etwas Schönes! Kochen ist Genuss und ich hab das Gefühl, dass viele Menschen diese Lust am Kochen und am Genuss verloren haben. Ich denke aber, Corona hat hier auch etwas Positives gezeigt. Viele Menschen kochen jetzt wieder mehr und haben Spaß am Genuss, an hochwertigen Lebensmitteln und am Essen.

  4. Es ging vor einiger Zeit nur mehr darum, seinen Hunger zu stillen und war nicht mehr am Genuss interessiert. Man muss seine Lebensmittel und seine Speisen wertschätzen. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen sich langsam wieder in die Richtung zu entwickeln, ihren Lebensmitteln und ihrer Nahrungsaufnahme, Aufmerksamkeit zu schenken.

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  1. Was sollte in jeder guten Küche zu finden sein?

    Ich sag immer: die Hardware muss passen! Gute Töpfe, gute Pfannen und ein paar wenige gute Messer sind sehr wichtig. Viele schauen einfach nur auf den Preis und darauf, dass die Produkte möglichst billig sind, da sind sie aber dann natürlich enttäuscht, wenn das Produkt nicht die Erwartungen erfüllt. Mein Tipp ist: investiere in gutes Kochgeschirr und gute Messer. Da hat man dann ein Leben lang Freude damit. Es macht viel mehr Spaß und Freude, wenn man mit gutem Kochgeschirr kocht. Ohne richtig gutes Kochgeschirr, ist es einfach nicht das Gleiche.

    Ich empfehle auch immer wieder das Olav Kochgeschirr, weil die Produkte sind sensationell. Ich bin seit über 40 Jahren in der Gastronomie und habe wirklich schon genug Töpfe und Pfannen benutzt. Da waren viele qualitativ minderwertige Produkte dabei, die trotzdem einen hohen Preis hatten. Man findet wirklich selten gutes Kochgeschirr und mit den Olav Produkten habe ich eine große Freude beim Kochen. Das sind wirklich gelungene Produkte - von der Handhabung, der Wärmeverteilung, der Reinigung - einfach allem.

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"Oft überzeugen einfache Gerichte ohne 1000 Zutaten"

  1. Zum Abschluss noch: dein absolutes Lieblingsgericht?

    Tiroler Erdäpfelgulasch (österreichisch für: Kartoffelgulasch). Ich liebe das seit meiner Kindheit. Meine Großmutter hat das immer so wunderbar gekocht und ich könnte das wirklich jeden Tag verspeisen. Das ist ein ganz einfaches Gericht aber schmeckt fantastisch.

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  3. Es muss nicht immer ein aufwendiges Gericht mit 1000 Zutaten sein, oft überzeugen die einfachen Gerichte.

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  1. Danke Siegfried für den schönen Einblick in die vegane Haubenküche!

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